58 Millionen Arbeitsplätze
Die Bedeutung des Direktvertriebs als wichtiger Zweig des Handels, aber auch als Beschäftigungsfaktor kommt in zwei Eckdaten zum Ausdruck: Weltweit sind im Direktvertrieb mehr als 58 Millionen Menschen tätig, die für ihre Unternehmen einen Jahresumsatz von über 100 Milliarden Dollar erwirtschaften.
Allein die Direktvertriebsunternehmen in den USA, so belegt die jüngste Statistik des Weltverbandes WFDSA, beschäftigen derzeit nicht weniger als 14 Millionen Außendienstmitarbeiter und damit fast drei mal soviel wie vor 15 Jahren.
Amerika gilt auch als Mutterland des Direktvertriebs: Schon 1910 kam es zur Gründung des ersten Fachverbandes, aus dem die heutige Direct Selling Organisation hervorging, die an ihrem Hauptsitz in Washington D.C. auch den 1978 gegründeten Weltverband, die World Federation of Direct Selling Associations (WFDSA) beherbergt.
Einen enormen Aufschwung hat der Direktvertrieb in den vergangenen zwei Jahrzehnten auch in Europa erlebt, insbesondere auch in den ehemaligen Reformstaaten Osteuropas, in denen allein über vier Millionen Arbeitsplätze geschaffen wurden. In der Europäischen Union wurde in den letzten Jahren das Vereinigte Königreich (UK) mit rund 575.000 Außendienstmitarbeitern von Deutschland mit 700.000 und Polen mit 645.000 Beschäftigten an der Spitze abgelöst. Gemessen an der Gesamtbevölkerung arbeiten hingegen im wohlhabenden Skandinavien am meisten Menschen im Direktvertrieb.
Die beliebtesten Produkte im Direktvertrieb sind international gesehen Waren für Heim und Familie - wie Haushaltsgeräte, Küchengeschirr, Bücher, Audio und Video - knapp vor Erzeugnissen für den persönlichen Bedarf wie Wellness, Kosmetik und Modeschmuck. Hinzu kommen in vielen Ländern, so etwa in Deutschland, Finanzdienstleistungen wie Versicherungen und Bausparverträge, Immobilien und handwerkliche Dienstleistungen, die ebenfalls über den Direktvertrieb in Anspruch genommen werden können.
Die deutschen Statistiken zeigen auch auf, dass die Bestellungen über den Direktvertrieb bereits einen erheblichen Anteil des Gesamtumsatzes des Einzelhandels auf sich ziehen. So werden in Deutschland laut Statistik des Bundesverbands Direktvertrieb mehr als ein Viertel aller Elektro-Haushaltskleingeräte nach persönlicher Beratung und Vorführung bei DV-Unternehmen bestellt. Hoch ist jedoch auch der Anteil an Textilien mit 11,8 Prozent und an Büchern, Lexika und Zeitschriften mit 6,4 Prozent. Mittlerweile werden in Deutschland aber sogar Autos immer häufiger über den Direktvertrieb gekauft.
Besonders bemerkenswert und charakteristisch für den Direktvertrieb auf internationaler Ebene ist der hohe Anteil der Frauenbeschäftigung, der in einigen Ländern - wie etwa in Österreich - über der 90-Prozent-Marke und im EU-Durchschnitt bei 76 Prozent liegt. Eine Besonderheit weist dabei der amerikanische Direktvertrieb auf, wo rund 64 Prozent aller Außendienstmitarbeiter Frauen sind, weitere 14 Prozent jedoch als "gemischtes Doppel" zumeist mit dem Ehepartner tätig sind.
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